Am Donnerstag, 15. September 2011 erregte das Bundesgymnasium in der Rahlgasse, im 6. Bezirk Aufmerksamkeit, da die Schulpartner sich dazu entschlossen die Stundenkürzungen nicht mehr zu akzeptieren und für ihre Meinung auf die Straße zu gehen.
Von den Vertretern der Eltern, Lehrerinnen und Lehrern sowie der Schülerinnen und Schüler wurde ein Lehrausgang zum Unterrichtsministerium, sowie zum Stadtschulrat geplant, um die Öffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen, dass in über der Hälfte der Klassen die gesetzliche Schülerhöchstzahl überschritten ist und man seitens des Stadtschulrates nicht bereit sei mehr Ressourcen für die Schülerinnen und Schüler bereitzustellen.
Diese Exkursion wurde am selben Tag in der Früh vom Stadtschulrat durch eine Weisung an die Direktorin der Schule untersagt. Dennoch wollten die Schülerinnen und Schüler ihre Meinung nicht ungeäußert lassen und hielten den Protest kurzerhand einfach vor der eigenen Schule ab.
Landesschulsprecher Christoph Girbinger, der im engen Kontakt mit dem Schulsprecher Jeremy Djordjevic die Organisation verfolgte, unterstütze die Schülerinnen und Schüler der Rahlgasse bei der Aktion. Als die Medien von den außergewöhnlichen Geschehnissen hörten dauerte es nicht lang bis zwei Kamerateams, etliche Redakteure der Tageszeitungen, sowie Radioreporter vor Ort waren.
Nach einem Gespräch der Klassensprecherinnen und Klassensprecher mit dem Landesschulinspektor Herr Blüml entschlossen rund 200 Schülerinnen und Schüler ihren Unmut doch vor dem Ministerium kundtun zu wollen.
Überraschenderweise – wohl von der medialen Aufmerksamkeit beeinflusst – wurde eine Delegation von zwei Lehrervertreter/innen, zwei Elternvertreter/innen, sowie vier Schülervertreter/innen mit Christoph Girbinger kurzfristig zu einem Gespräch ins Ministerium geladen. „Wir wussten bevor wir das Ministerium betraten nicht einmal mit wem wir die Verhandlung führten“, beschreibt Christoph Girbinger die Situation vor dem Ministerium. Nach einer zweistündigen Diskussion, die er als sehr offen und produktiv beschrieb gab es einen Erfolg zu verkünden.
Die Schülerinnen und Schüler der Rahlgasse bekamen vom Ministerium per sofort 30 weitere Werteinheiten zur Verfügung gestellt. Das bedeutet die Schule kann wieder mehr Klassen teilen und es wird in Zukunft nicht mehr nötig sein, dass 34 Schülerinnen und Schüler in der siebten Klasse auf einmal im Mathematikunterricht sitzen. „Ich bin selbst etwas überrascht über das Verhandlungsergebnis, aber bin sehr froh den Schülerinnen und Schüler dieser Schule auf diese Weise geholfen zu haben.“, sagt Christoph Girbinger nach den zweistündigen Verhandlungen im Ministerium.
Die Landesschülervertretung Wien hält solche Aktionen für vorbildhaft und findet es großartig, dass sich das gemeinsame Engagement von Schüler/innen, Lehrer/innen und Eltern gelohnt hat. Eine gute Bildung zu genießen ist für Schüler/innen bei dermaßen überfüllten Klassenräumen nahezu unmöglich, deshalb fordern wir Klassenschülerhöchstzahlen, die auch wirklich kontrolliert und durchgesetzt werden.
Rückfragen:
Landesschülervertretung Wien
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